Babykoliken

Symptome

 

Als Koliken bezeichnet man dauerndes, oft kräftiges Schreien bei Babys. Das Schreien entsteht scheinbar ohne Grund, bei Babys die sonst gesund und zufrieden sind. Die Kinder schreien trostlos ganz gleich was die Eltern machen.

Babykoliken sind ein pathologisches Schreien, das nicht aufhört, auch wenn alle Bedürfnisse, wie eine neue Windel, etwas zu Essen, oder Nähe befriedigt sind.

Man geht deshalb davon aus, dass das Schreien bei den Kolikanfällen eine Reaktion auf Schmerzen ist. In den meisten Fällen entstehen die Koliken, wenn das Kind zwischen 1 und 4 Wochen alt ist, und tritt meist während oder kurz nach den Mahlzeiten auf, wobei es keinen Unterschied macht ob das Baby gestillt wird oder nicht. Im Alter von 3-4 Monaten klingen die Symptome häufig wieder ab.

Weil die Koliken in der Regel spontan aufhören, wird das Leiden oft als nicht gravierend betrachtet, und deswegen als nicht behandlungsbedürftig abgetan. Zwei Wochen Schreien können die meisten Eltern noch ertragen, aber 3 vielleicht 4 Monate untröstliches Kinderschreien, 24 Stunden am Tag, nur von kurzen Schlafperioden von 2-3 Stunden unterbrochen, ist fast nicht zu ertragen.

So ist es kein Wunder, wenn die Eltern kein Verständnis dafür haben, wenn der Arzt Ihnen erklärt, dass es sich um ein banales Problem des Verdauungssystems handelt, das sich von selbst reguliert. Die Eltern, die ein „Kolikkind” gehabt haben wissen, dass die Konsequenzen ernsthafter sind.

Das Verhältnis zwischen Kind und Eltern wird von Anfang an sehr strapaziert, und dies hat oftmals schwere Folgen für das spätere Verhältnis zwischen Eltern und Kind.

Inzwischen weiß man, dass das nicht zu beruhigende Schreien des Babys oft zu Kindesmisshandlung führt. Wenn es mehrere Kinder in der Familie gibt, werden die Geschwister meist sehr vernachlässigt. Egal wie geduldig und liebevoll die Eltern sind, ist die Grenze des erträglichen meist schnell erreicht. Denn nach 3-4 Wochen mit häufig nicht mehr als 3-4 Stunden Schlaf, werden die meisten Eltern "leicht reizbar" sein.

Dies sollte Grund genug sein, um die Probleme ernst zu nehmen.

 

Ursachen

 

Koliken sind ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Unsere Aufgabe als Eltern oder Behandler ist es, herauszufinden, was diese Schmerzen verursacht.

Es ist natürlich ein Problem, dass das Kind nicht selbst erzählen kann, wo der Schmerz sitzt. Wenn man jedoch die Reaktionen auf verschiedene Dinge über den Tag hinweg beobachtet, bekommt man oft viele Informationen darüber, was die Ursache für das Weinen ist.

Die Mutter wird z.B. erzählen, dass das Kind oft nur einseitig gestillt wird, dass es lauthals schreit, wenn man ihm einen Pullover über den Kopf anzieht, oder dass das Kind in der Regel mit dem Kopf nur zu einer Seite gedreht schläft.

Auf dem Wickeltisch wird man beobachten können, dass das Kind nicht ganz ausgestreckt, sondern am Liebsten krumm zur Seite liegt.

Diese Beobachtungen können bedeuten, dass das Kind ein Problem mit dem Nacken oder mit dem Rücken hat. "Aber Babys haben doch noch keine Probleme mit dem Rücken!", könnte man denken.

Dieses ist jedoch ein großer Irrtum, denn speziell mit dem Nacken hat ein großer Prozentteil, gerade in den ersten Lebenswochen Probleme.

Die zwei deutschen Kinderärzte, Dr. J. Buchmann und Dr. Barbara Bulow, untersuchten die Nacken von 683 Neugeborene und fanden heraus, dass davon 203 Babys deutliche Bewegungseinschränkungen hatten.

Das heißt, dass 29,7 % aller Neugeborenen Nackenprobleme haben. Das ist vielleicht nicht so merkwürdig, wenn man daran denkt, welche Kraft nötig ist, um das Kind durch den Geburtskanal zu pressen, und da der Kopf in der Regel zuerst kommt, ist der Nacken dem größten Druck ausgesetzt. Die Häufigkeit von Babykoliken wird in verschiedenen Studien mit 20-30 % aller Babys angegeben. Deswegen ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein großen Teil dieser Kinder ganz einfach wegen der Nackenschmerzen schreit. Außerdem können diese Nackenprobleme sehr leicht eine Reizung der Nerven im oberen Nacken verursachen. Solch eine Nervenreizung kann die Muskelaktivität im Darmkanal erhöhen und kolikartige Magenschmerzen verursachen. Untersuchungen bei Tieren haben gezeigt, dass eine Fehlfunktion im Rücken, die Muskelaktivitäten im Darmkanal (Peristaltische Bewegungen) in hohem Grad beeinflussen kann. (Kenneth F. DeBoer Manual Medicine 1988 vol. 3.)

 

Behandlung

 

Wenn ein Baby z.B. wegen Koliken in chiropraktische Behandlung genommen wird, sind es nicht die Koliken die entscheiden, ob das Kind behandelt wird, sondern allein die Tatsache ob sich kleinste Fehlstellungen im Nacken oder Rücken feststellen lassen. Bei der ersten Untersuchung und Behandlung sind viele Eltern etwas skeptisch, denn über Chiropraktik weiß man im Allgemeinen nur, dass es etwas mit der Korrektur der Wirbelsäule zu tun hat, und dass man bei der Behandlung manchmal einen kleinen "Knacks" hören kann. Natürlich wird die Behandlung dem Alter der Patienten angepasst, sodass ein Baby oder ein 85 jähriger behandelt werden kann.

Um beispielsweise Nackenprobleme bei Babys zu behandeln, wird der Kopf in die optimale Position gebracht und mit einem präzisen Druck ,mit nur einem Finger, wird der betroffene Wirbel justiert. Am einfachsten ist die Behandlung zu einem Zeitpunkt durchzuführen, an dem sich das Kind am wohlsten fühlt, sofern ein solcher Zeitpunkt überhaupt noch existent ist. Dass die Behandlung nicht schmerzhaft ist, erkennt man daran, dass die Babys nach der Behandlung, sofern sie während der Behandlung weinten, sehr schnell wieder aufhören, oder gar während der Behandlung schlafen.

Wie sieht es mit dem Erfolg aus ? Der dänische Chiropraktor Verband führte 1986 eine Untersuchung durch, an der über 300 Kolikenbabys teilnahmen. Bei ca. 94 % erreichte man durch die chiropraktische Behandlung einen zufriedenstellenden Erfolg. Es sind bis jetzt keine anderen Behandlungsmethoden mit einer nur annähernd so hohen Erfolgsquote bekannt.

 

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